Magicians Revolution – Remaster – Einleitung

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Magicians ist ein Film den wir 2000 gedreht haben (damals dank Schreibfehler zuerst Magicans). Jemand beschrieb ihn als einen lustigen Trash-Fantasy Film. Das kommt ganz gut hin. Die Laufzeit beträgt etwa eine Stunde. Eines der größten Probleme von damals, gäbe es heute gar nicht mehr. Denn während jedes aktuelle Handy mindestens eine Full HD Kamera hat, war uns nicht klar, wie wir überhaupt filmen könnten. Für zwei Wochen Drehzeit in der Fränkischen Schweiz brauchten wir Kameras. Zunächst haben wir in den frühen Tests ausgeliehene Privatkameras verwendet. Das war nix. Die Qualität war erbärmlich. Man konnte sogar das mechanische Rattern des Zooms hören. Schließlich habe ich privat in zwei DV Kameras investiert, die ich über mehrere Jahre finanziert habe. Das war eine gute Entscheidung.

Der Dreh war insgesamt zeitlich sehr knapp bemessen. Von 10 Tagen haben wir effektiv an 7 gedreht. Aber für unser Budget von wenigen hundert Mark, ist uns ein lustiger kleiner Film gelungen. Geschnitten habe ich ihn sehr fortschrittlich am PC, dank der Videoschnittkarte, die ich mir zwei Jahre vorher gekauft hatte. Am PC haben wir auch die Nachbearbeitung gemacht haben. Zwei Wochen lang saßen in meiner Wohnung fast rund um die Uhr 2-4 Leute an vernetzten Rechnern und schoben sich gegenseitig riesige Dateien zu, die dann Einzelbild für Einzelbild nachbearbeitet wurden. Eine Andere Möglichkeit als die Bilder einzeln zu bemalen hatten wir nicht und manchmal kam es einem vor wie bei einem Zeichentrickfilm. Ein enormer Aufwand. Die Daten selbst waren so riesig, dass am Ende nur der finale Film übrig blieb und selbst der dann auf VHS überspielt werden musste. Kann man sich heute kaum noch vorstellen – mein Rechner allein hat eine Kapazität von 6 TB.

Den Film würde ich eigentlich gerne auf Youtube hochladen. Es ist der einzige aus der Zeit, den ich noch einigermaßen Brauchbar finde, obwohl er massive Schwächen hat. Geht aber nicht wegen der Musik. Da wir den Film damals ja nur bei Aufführungen gezeigt haben und immer vom Veranstalter bereits Gema Gebühren abgeführt wurden, konnten wir kommerzielle Musik einsetzen (die Musik von Gladiator hat erstaunlich gut gepasst). Das geht auf YT oder generell im Internet natürlich nicht. Was also tun? Glück hatte ich darin, dass ich die Originalkassetten aus den Kameras noch herum liegen habe. Und die konnte ich mit einer alten HDV Kamera neu auf den Computer laden. Nachdem ich einen Firewire Anschluss in meinen PC geschraubt habe… Erstaunlich wie sich die Technik in wenigen Jahren doch so verändert hat. Ich versuche also gerade das zu tun, was wir zu viert in 2 Wochen damals getan haben, als wir rund um die Uhr an dem Film gearbeitet haben. Ich erstelle ihn komplett ein zweites Mal. Damals habe ich ihn geschnitten und sobald ich eine Szene fertig hatte, wurde die Datei zur Nachbearbeitung rüber an Mathias, Oli und Kim geschoben und die haben direkt damit begonnen, die Effekte einzufügen. Wir hatten damals einen sehr engen Plan, denn der Termin für die Aufführung stand bereits fest. Interessanterweise hat niemand den Film vor der Aufführung komplett gesehen gehabt – war auch schwer möglich, ich war mit dem kopieren auf das VHS Band erst zwei Stunden vor Aufführung fertig. Kurz danach habe ich noch einmal einige Szenen verbessert, was dann zur “second edition” wurde.

Jetzt sitze ich also wieder da und beginne noch einmal von vorne. Naja eigentlich habe ich das schon vor sehr langer Zeit getan. Ich habe alles neu geschnitten. Wirklich genial ist, dass wir damals auf DV Medium gesetzt haben. Alles wurde zwar auf Magnetband aufgezeichnet aber das Bildmaterial ist digital. Das heißt, solange die Bänder nicht beschädigt sind (und das sind sie nicht) sieht alles noch genau so aus wie am Drehtag. Naja abgesehen davon dass es halt SD Auflösung ist, aber mehr gab es ja nicht. Nach dem Rohschnitt habe ich bei einige Szenen “digital grading” betrieben und die Farben des Films angepasst. Und danach angefangen, die Spezialeffekte komplett neu zu machen.

Mittlerweile habe ich von 21 Szenen in denen Spezialeffekte eingefügt werden alle Fertig. Es sind noch einige übrig, die verbessert werden müssen, aber das wichtigste ist erledigt. Zwischenzeitlich fertige ich auch Zeichnungen an, die die Szenen des Films etwas besser miteinander verbinden (etwas, das ich im Original nie geschafft habe und wir mit einfachen Landschaftsaufnahmen gefüllt haben). Danach folgt der Feinschnitt mit Ton und Toneffekt Anpassungen und letztlich muss ich Musik dazu schreiben.

Warum heißt der Film eigentlich Magicians – Revolution? Etwa 2007 hatte ich begonnen an einem zweiten Teil zu arbeiten. Ein Jahr später war das Drehbuch fertig und wir haben bereits mit einigen Darstellern gesprochen, das Projekt ist aber dann mangels Zeit der Darsteller nicht zustande gekommen. Titel wäre Magicians – Redemption gewesen und der erste Teil sollte um den Zusatz Revolution ergänzt werden. Ein kleiner Fingerzeig auf die Fortsetzung ist in der Eröffnungsszene von Magicians – Revolution zu sehen. Der Film sollte viele, viele Jahre nach Revolution spielen und Doregan (Patrick) wäre die einzige Figur aus dem ersten Teil gewesen. Das Drehbuch ist recht düster geworden. Ein dritter Teil, der bis dahin nur als Konzept existierte, hätte vor Revolution spielen sollen und hieß in der Planung Evolution. Evolution -> Revolution -> Redemption …. OK, Originell ist anders.

Zeitgleich mit dem Film möchte ich dann auch noch einige Zusätze hoch laden. Unter anderem habe ich diverse Aufnahmen von den Proben gefunden, sowie einige Interviews. Nicht alles habe ich noch im Original aber es sollte sich doch ganz gut zusammen stellen lassen. Ach und Outtakes haben wir natürlich auch jede Menge.

Sollte ich damit eines fernen Tages fertig sein, kann ich zumindest sagen, dass es sich hier um ein echtes Remastering handelt. Denn anders als das viele einfach auf ihre Produkte drauf schreiben ist der Film tatsächlich komplett erstellt worden.

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